bielerhöhe & forcola di livigno

glück gehabt. mit dem wetter, erheblich besser als angedroht, wie letztes jahr keinmal die regenklamotten benutzen müssen, wenn regen, dann abends + nachts. aber mit dem zug (wie letztes jahr ab mainz ösi-IC 119) etwas pech: ansage in stuttgart: “wegen problemen mit unserer diesellok …” häh? wie bitte? diesellok? mit 45 minuten verspätung ab stuttgart, weitere 15 minuten kamen in geislingen wg. warten auf die schiebelok (eine 218 bekommt so einen IC nicht alleine die steige hochgezogen). und warum? weil wegen engpässen beim rangierbetrieb in ulm wird der lokwechsel seit 2015 in stuttgart gemacht. das muss man sich mal vorstellen, mit zwei dieselloks unter fahrdraht die geislinger steige hoch! jedenfalls waren wir dann mit einer guten stunde verspätung in bludenz und kurz vor acht in gaschurn. der neu angelegte rad- und fußweg mit glattem asfalt ist gut zu fahren; die 300 höhenmeter merkt man kaum.

das neue hotel in gaschurn ist ganz auf winter- und bergsportler und radfahrer (mtb) ausgerichtet, montageständer und werkzeug in der lobby. abends und nachts regen, aber am morgen war es nur noch bewölkt, so dass ich mit kurzen klamotten und ohne sonnencreme gefahren bin. leider aber auch kein gutes fotowetter, zumindest nicht für meine kamera. die silvretta-hochalpenstraße geht mit 25 kehren zum vermuntstausee und ist passabel zu fahren, trotz des wetters noch ziemlich viel verkehr. auf der bielerhöhe angekommen war es nur noch wenig bewölkt und am see recht viel los. am vortag war feiertag in österreich, maria irgendwas, da sei die hölle los gewesen da oben. die abfahrt nach landeck, 50 km, ist auf der straße gut zu fahren; es wäre blödsinn gewesen, bergab den ausgeschilderten radweg zu benutzen. der aufstieg von landeck her wäre nicht schön zu fahren, zieht sich lang hin auf der straße, galerien und tunnels. von der straße aus gibts leider keinen guten fotopunkt für die trisannabrücke, es war auch wieder bewölkt. das etappenziel prutz erreichten wir kurz vor sieben, die motor- und fahrradgarage des hotels auch wieder mit kleiner werkstatt.

am nächsten morgen bei sonnigem wetter durchs inntal bis martina, die strecke kannten wir von vor drei jahren. der teil von pfunds bis martina durch die enge schlucht des inn ist immer wieder beeindruckend. die ncn 6 im unterengadin lässt sich gut fahren, der beschreibung nach geschottert, aber trotzdem angenehmer als oben auf der b27, wegen des autoverkehrs dort. diese sind wir ab strada gefahren, denn der radweg war wegen unterspülung oder sowas gesperrt, allerdings hätten wir nach paar kilometern, ausschilderung nach raschvella, wieder auf dem radweg, der dort unten neben dem inn verläuft, bis scuol fahren können; wäre vielleicht schöner gewesen.

nach einem kleinen picknick neben der straße bin ich die geplante (ncn 6) route nach Ftan hoch gefahren, während Klaus & Thomas auf dem direkten weg der straße nach nach ardez sind. oben rum zu fahren lohnt sich landschaftlich auf alle fälle, aber die letzten 3 km in der prallen sonne waren hart, 10% steigung, permanent im 1. gang gefahren, 360 zusätzliche höhenmeter. deshalb ausgiebige pause in Ftan. auch die abfahrt durch den einschnitt des val tasna ist schön, 6 km runter bis ardez. Klaus & Thomas waren schon da und hatten das abendbuffet für 36 CHF gebucht; es war seinen preis wert, lauter leckere sachen, vorspeisen, hauptgang, mit kuchen und eis und weiteres als nachtisch. und am nächsten morgen bei dem großen frühstücksbuffet das angebot, sich was für die mittagspause mitzunehmen. findet man nicht überall. übrigens Ftan: nicht nur schön gelegen, man kann auch gut ohne auto urlaub machen, halbstündliche zuganbindung nach scuol mit anschluss ans postauto nach oben, welches wie viele linienbusse im engadin einen fahrradträger für fünf räder am heck hat.

freitagmorgen, sonnig, aber nicht sehr warm, ich bin nicht die ncn 6 über guarda (wären 150 hm gewesen) gefahren, wir sind zusammen auf die b27 und diese bis lavin gefahren. dort auf die ncn 6, die durch die innaue geht und einigermaßen fahrbar ist, landschaftlich hübsch mit ausblicken auf die bahn und das südende des vereinatunnels mit autoverlad. zwischen susch und zernez beindruckend schluchtige engstelle.

die ofenpassstraße im spöltal zum zwischenpass ova spin ist zwar steil, aber gut zu fahren, wenn nicht so viel auto- und vor allem motorradverkehr gewesen wäre. einmal gabs hinter mir einen kleinen auffahrunfall, weil der autofahrer hinter mir weder einen frontalzusammenstoß mit dem entgegenkommenden auto riskieren noch mich über den haufen fahren wollte; der motorradfahrer dahinter hat ihm eine beule in das hintere stoßplastik gefahren, weil er nicht rechtzeitig bremsen konnte. die meisten motorradfahrer, die diese passstraßen nur aus jux und dollerei mit überhöhter geschwindigkeit entlang brettern, scheinen hirnlose vollidioten zu sein. solche motorräder gehören genauso wie suvs verboten. die spölschlucht ist beeindruckend. beim ova spin – sattel kleine picknickpause, der stausee selbst liegt hinter dem bergrücken rechts von der straße, beim hochfahren sieht man die staumauer.
von da gehts wieder 260 hm runter zur punt la drossa, von wo der tunnel mit busshuttle zum lago di livigno führt. der bus fährt nicht nur bis zum südlichen tunnelausgang, sondern über die staumauer bis zur italienischen grenzstation direkt hinter selbiger. die straße am stausee vorbei ist italienisch holprig und geht durch einige galerien. in livigno war die hölle los, ferien in italien und freitag, halb italien ist da zum zollfrei einkaufen. das ist mir bei der planung nicht klar gewesen; anfang september und wochenmitte wäre wohl entspannter gewesen.

abends und nachts regen, wetterbericht hat für den ganzen samstag regen angedroht, aber morgens ist es nur kühl und die sonne scheint. die auffahrt zur forcola di livigno ist relativ einfach, meist 2. bis 4. gang, aber zuviel autoverkehr, 11 uhr auf der passhöhe. die abfahrt nach tirano lohnt schon alleine wegen der berninabahn und dem lago di poschiavo, an letzterem haben wir eine längere mittagspause gemacht, nach der vernichtung von 1400 höhenmetern. am see vorbei muss man nicht auf der straße fahren, sondern aufpassen, den einstieg zum fußweg zu finden, der direkt zwischen gleis und see verläuft. ab miralago gehts dann nochmal richtig steil bergab. am unteren ortsende von brusio ist die gartenviaduktkehre, die auf berninabahnplakaten oft zu sehen ist.

in tirano die geplante eisdiele lollipop an der straße rechts liegen gelassen, das eis in der eisdiele am bahnhof war auch sehr lecker. ab tirano den sentiero valtellina gefahren, von westen kams vom comer see durchs addatal dunkel gezogen, aber die sonne schien noch. der sentiero ist eigentlich nicht so richtig interessant, asfaltiert, aber mit wurzelaufbrüchen und beidseitig mit büschen und bäumen bewachsen, so dass man kaum was von der landschaft sieht. kurz nachdem wir im hotel in chiuro waren, fings an zu regnen und hat den abend weiter geregnet; richtig viel wars aber nicht.

frühstück italienisch, also nix richtiges, immerhin ein bisschen müsli und kaffee. bei sonnigem wetter gestartet, um sondrio rum ist es besonders ätzend mit dem sentiero valtellina z.t. flussseitig vom deich, durch einen grünen tunnel mit heftigsten wurzelaufbrüchen. deshalb sind wir auf mein nörgeln hin bei cedrasco auf die nebenstraße durch die dörfer südlich der adda gewechselt, zwar paar kleine steigungen, aber schöner. nach kleiner mittagskaffeepause in forcola weiter addaabwärts zur steinbogenbrücke ponte di ganda bei Morbegno. im letzten stück bis zum see ist der weg nicht mehr so zugewachsen und auch in besserem zustand, aber direkt bis zur mündung geht er leider nicht. das dürfte sumpfig unwegsam sein, sind aber auch nur noch 500 m. kurz vor drei am ersten ziel, comer see in colico.

montag, letzter tag on the road, nach hinundherüberlegen bin ich doch nicht mit Klaus & Thomas mit dem schiff nach como (wie vor vier jahren), sondern mit dem zug bis bellano, von da nach varenna zur fähre (die ist am nordende von varenna, deshalb war es gut, dass ich mit dem zug nur bis bellano gefahren bin) und mit selbiger nach bellagio. dort nicht aufgehalten, zur sehr rüdesheim, und direkt nach süden gestartet. die straße hat öfters anstiege, führt meist 50 – 100 m über dem see an der steilküste am berg entlang. nicht viel verkehr und passabel zu fahren, italienischer asfalt halt. auf einem mäuerchen neben der straße, unter einem baum hoch überm see müslimittagspause. am ende der pause hat mich das schiff überholt, wir kamen aber trotzdem fast gleichzeitig in como an, da es noch paarmal hält. die letzten kilometer bis como sind nicht so doll, straße in schlechtem zustand und schon deutlich mehr verkehr. nach kleinem gang durch die stadt und einem eis zu überhöhten preisen und dürftiger qualität die geplante route übern berg nach chiasso, die hat doch etwas mehr steigung als ich vermutet hab, dadurch zieht sichs und es war auf alle fälle besser, in chiasso was zu buchen, als am letzten tag sich morgens den stress anzutun.

im hotel zuerst kein frühstück (für 10 CHF) bestellt, aber später, nachdem wir gesehen haben, wie tot chiasso und wie teuer ein popeliges croissant im bahnhofsbistro ist, doch noch frühstück geordert. am bahnhof internationale fahrradkarten für 20 CHF das stück zu unseren reservierungen besorgt; dabei hätte ich wg. der rheintalbahnsperrung nur eine für die strecke in der schweiz gebraucht. aber da wusste ich noch nicht, dass der EC 6 ganz gestrichen ist, geahnt hatte ichs schon. nach langer suche nach einem brauchbaren restaurant, auch auf italienischer seite (da ist garnix) schließlich im mövenpick abendessen, ein rösti mit spiegelei für 24 CHF, irre!

rückfahrt, eine S10 vor plan 8:57 nach lugano genommen, mit IC durch gotthard-basistunnel, mit IR (mehr oder weniger das gleiche material wie IC) nach basel sbb. dort erfahren, dass der EC 6 garnicht fährt und deshalb per rad zum bad bf. mit den dort angegeben bekommenen verbindungen RE offenburg, RE baden-baden, SEV rastatt (linienbus hat uns mit den rädern mitgenommen), RE karlsruhe, RB bürstadt(!), RB bensheim, RB darmstadt, RB dieburg mit 3 stunden und 3 minuten verspätung gegenüber ursprünglichem plan um 10 zuhause.

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