moselle – moselotte – lorraine

die schon länger geplante radtour “moselquelle abwärts” habe ich zusammen mit Gregor gemacht, unsere erste gemeinsame mehrtagestour. zur vermeidung des aufwands und der kosten einer internationalen fahrradkarte sind wir mit dem SBB-EC umsteigefrei von Mainz bis Basel Bad Bf für relativ wenig geld gefahren. von da die 3 km zum Basel SBB, womit die fehler anfingen. der erste war, dass ich hinter der wettsteinbrücke den radwegweiser nach rechts zum bahnhof übersehen habe und nach links abgebogen bin, dem wegweiser zum parkhaus am bahnhof folgend, 1 km umweg und zeit verloren. zum zweiten wusste ich nicht, dass man Basel SBB in schweizer und französischen bahnhof unterscheidet. an letzterem kann man an fahrkartenautomaten fahrkarten mit altersermäßgungen jung und alt 😉 bekommen und mit euro bezahlen; hätte uns locker 15 oios gespart. aufgrund dieser umstände und weiteren fehlern haben wir den TER-200 nach Mulhouse nicht mehr bekommen und hatten über eine stunde zeit, in Basel einen kaffee zu schweizer preisen zu trinken. ein weiterer fehler bei der planung war, dass ich zur anreise nach Fellering geguckt hatte, weil da die route zum col de bussang abzeigt, aber der bahnhof Wesserling knapp 2 km vorher günstiger ist, da mehr züge dorthin fahren als weiter das reststück der linie bis Kruth. das haben wir in Mulhouse zum teil wieder wett gemacht und konnten deshalb eine halbe stunde früher als ürsprünglich geplant in Wesserling starten.

die ersten paar km auf nebenwegen durchs tal sind angenehm zu fahren. in den 30er jahren wurde angefangen, eine eisenbahnstrecke von Fellering nach St. Maurice im moseltal zu bauen, das projekt aber dann wohl aus wirtschaftlichen gründen aufgegeben; zwei fertige brücken stehen noch da. die passstraße, 6,5 km bis zum col de bussang, ist erträglich zu fahren, weil am spätnachmittag nicht viel verkehr war und alle, auch die lkws, mit viel abstand überholt haben und keiner gehupt hat, auch die anderen tage nicht, wenn wir straße fuhren. der abzweig zur moselquelle und Bussang geht unmittelbar nach der passhöhe ab und ist ausgeschildert, man muss nur drauf achten, sonst muss man von Bussang aus wieder hoch. obligatorischer fotostop an der moselquelle.

in Bussang haben wir kurz den campingplatz und den dorfplatz besucht, wo wir mitte der 90er zweimal waren und sind dann auf der alten bahntrasse Bussang–Epinal nach Fresse sur Moselle, wo wir gegen sieben beim hotel ankamen; sehr einfaches landhotel an der straße, aber sauber und ordentliche dusche. und für französische verhältnisse ordentliches frühstück. zum abendessen sind wir nach le Thillot geradelt, ein riesenteil “flammkuech”, und auf der bahntrasse im dunkeln zurück.

am nächsten morgen etwas kühler, aber sonnig, weiter die bahntrasse runter bis zum radkreiselabzweig bei Dommartin und dort auf die bahntrasse Remiremont–Cornimont ins moselottetal bis Cornimont. im unteren teil ist das tal noch weit mit wiesen, im mittleren teil ab Vagney ist die route sehr schön, felsig-schluchtige trasse, aber im oberen teil mehr durch büsche zugewachsen, so dass man nicht so viel sieht. in Cornimont wie auch schon unterwegs in beiden tälern öfters aufgegebene fabriken, zum teil am verfallen.

nach einer mittagspause und bei etwas bedecktem himmel sind wir zum col de la croix, ziemliche steigung nach den bahntrassen, 380 m auf 5,5 km, aber nicht schwer zu fahren. schöne abfahrt nach Vagney ins moselottetal auf wenig befahrener straße. im weiteren verlauf ist die D43 aber verkehrsreich, weshalb wir bei le syndicat wieder auf die andere seite auf die bahntrasse sind; wir hätten das schon direkt in Vagney machen sollen, kurz vor dem kreisel müsste nach links zur voie verte ausgeschildert sein.

Remiremont haben wir uns nur kurz angesehen, schönes städtchen mit arkaden, und dann beschlossen, die 25 km nach Epinal zu fahren, damit die morgige etappe nicht zu lang wird. sicherheitshalber von Remiremont aus via dem bekannten booking-portal im hotel Azur reserviert. die idee, unterwegs was zu suchen, wäre nicht aufgegangen: auf der „nebenstrecke“ ist nur Éloyes, da gibts nix und die D157 auf der linken moselseite wäre nicht schön zu fahren gewesen und außer einem hotel direkt an der autobahn scheints da auch nix zu geben. die alte D42 ist zwar ganz schön zu fahren, da der hauptverkehr auf der anderen seite geht, aber landschaftlich lohnt sie sich nicht unbedingt, bis auf die sandsteinfelsen hinter Archette. man kommt nicht durch größere orte und von der mosel sieht man meistens nix.

das hotel Azur in Epinal geht für eine nacht, aber enge dusche und nur ein badetuch und ein handtuch. und rauschen von der kajakstrecke des ehemaligen kanals an der mosel. ganz nette altstadt. da wir das frühstück französisch sparlich vermutet und deshalb ohne gebucht hatten, sind wir zur sehr schön renovierten markthalle zum kaffeetrinken, mehr gabs auch noch nicht, um halb neun noch kein marktbetrieb. der scheint hauptsächlich samstags zu sein. die sehr nette marktfrau, die uns den kaffee gemacht hat, hat uns noch ein schälchen mit frischen obstschnitzel gebracht, geschenkt! und wollte kein trinkgeld, hat uns auf ihrem tablet ein bild der halle von 1911 oder so gezeigt.

der canal des vosges ab Epinal ist schön zu fahren, am anfang wassergebundene decke, später asfaltiert und meist von schönen alten platanen gesäumt. ab der departementgrenze (Vosges/Meurthe-et-Moselle) ist er nicht mehr asfaltiert und unbequem zu fahren. parallel verläuft die D570, welche verkehrsarm und gut zu fahren ist. man hat auch den kanal nebendran, aber halt keinen direkten blick auf die wilde mosel auf der anderen seite des kanals mehr. auch der weg von Flavigny bis les turbines ist sehr schlecht zu fahren, schlaglöcher, asfaltbrocken, wir hätten besser die neue straße auf der anderen seite des kanals genommen. der verbindungskanal zum canal de la marne au rhin ist beeindruckend: er wird über einen kleinen höhenzug geführt, wofür das wasser für die ersten vier schleusen aus der mosel zur scheitelhaltung hochgepumpt wird, daher der name les turbine. danach gehts mit zehn schleusen auf ungefähr 2,5 km abwärts. was für ein aufwand damals. von der industrie dort ist kaum noch was übrig, außer ruinen.

etwas günstiges zum übernachten haben wir in Nancy nicht gefunden, da wir nicht zu weit nach norden wollten; das hätten wir am nächsten tag wieder zurück gemusst. Nancy ist recht touristisch durch die schöne altstadt mit vielen kneipen und restaurants und den place stanislas. aber was brauchbares zum frühstücken zu bekommen ist schwierig; wir haben es bei einem kaffee belassen und uns proviant besorgt.

aus Nancy raus gehts zuerst ein stück am kanal entlang, wo auf ehemaligen industriebrachen wohnhäuser gebaut wurden, wohnen am fluss. ab dem verbindungskanal gehts leider die departementsstraße durch die salzindustrieanlagen von Varangéville + Dombasle, die voie verte fängt erst in Maixe an. wir haben leider den abzweig verpasst und von der straße aus gesehen, dass es am anderen ufer einen schönen, neu asfaltierten weg gibt, aber den dann ab Einville au Jard genommen. im weiteren verlauf gehts zweimal auf departementsstraßen am kanal vorbei, was nicht weiter schlimm ist, aber ab Lagarde gehts richtig vom kanal weg und über endlos geradeaus scheinende wellige landstraße im prinzip bis Gondrexange. in Rechicourt kaffeepause gemacht, es zog immer mehr zu, dann quer rüber zum kanal und diesem folgend, brachte paar km umweg, war aber schöner, auch wenn der weg in dem bereich etwas holprig zu fahren ist. die landstraßen bringens nicht, die landschaft auch eher agrarisch eintönig. mierda: “Die zwischen 1960 und 1965 gebaute Schleuse Écluse de Réchicourt-le-Château, die mit einer Höhendifferenz von bis zu 16,10 Meter die höchste französische Schleuse in einem Freycinet-Kanal ist, ersetzte eine weitere Schleusentreppe mit sechs Schleusen.” das haben wir uns nicht angeschaut; es war ausgeschildert!

vor und bei Gondrexange etwas regen unter bäumen und kanalbrücke abgewartet, war nicht viel. ab Xouaxange, komischer name, kann man etwas beschwerlich am kanal entlang (vor drei jahren gemacht) oder der ausschilderung folgend via Bébing auf der ehemaligen bahntrasse Sarrebourg–Troisfontaines, relativ neu asfaltiert und schön zu fahren, nach Hesse kommen, wo wir uns am kanalhafen nochmal eine viertelstunde untergestellt haben. der rest bis zum hotel in Buhl , welches in einem gewerbegebiet direkt an der schnellstraße liegt, zog sich doch noch etwas. Von dort gibt es keinen erträglichen fußweg ins städtchen, weshalb wir ins einzige restaurant dort, auf savoyisch gemacht, zum abendessen sind. bei den tartes und quiches und sonstwo scheint wohl immer speck dabei zu sein, auch wenn explizit nur eine käsesorte auf der karte steht; ohne speck nix. außer natürlich bei dem chinesen in Epinal und dem Inder in Nancy, da gibts auch vegetarisch und vegan.

nach ausgiebigem, süßem frühstück bei sonnigem wetter um 10 uhr losgefahren. im unterschied zu vor drei jahren sind wir den ausgeschilderten weg übern berg nach Arzviller gefahren; sind zwar paar höhenmeter mehr, aber schöner als die kaputte asfaltstraße. ich wollte mir diesmal das schiffshebewerk ansehen, aber dafür hätten wir zum oberen ende fahren müssen, immerhin 3 km hin und 3 km zurück, der weg am unteren kanal ist nach 300 m gesperrt. jedenfalls ist der weg an der durch das schiffshebewerk ersetzten schleusentreppe entlang immer wieder beeindruckend. unterhalb ist dann schon richtig elsässer trubel mit vielen booten auf dem kanal, sozusagen die weiße wasserpest. gegen viertel vor 12 in Saverne, gerade ein zug weg gefahren, der nächste 13:04, wie das samstags nachmittags so ist. die anschlusssituation Strasbourg – Offenburg ist nach wie vor unmöglich. wir sind dann mit paarmal umsteigen, zuletzt in Mainz auf einen zug, den wir eigentlich garnicht hätten kriegen können, um 7 uhr zuhause gewesen.

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2 thoughts on “moselle – moselotte – lorraine

  1. schöne tour.
    gbt es davon auch eine straßenkarte ?
    würde mich freuen.

    • hallo Peter,
      was meinst du mit straßenkarte? ich habe den track mit ziemlich allen irrungen und wirrungen und zu vielen trackpoints auf gpsies gestellt. von dort kannst du ihn als gpx-datei herunter- und auf ein handelsübliches gerät (schmierfon etc.) hochladen. selbstverständlich ist ein großteil der strecke nicht mit dem auto befahrbar, also insofern keine straßenkarte.
      grüße, Stephan

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