bahntrassen und berge

bahntrassen? naja, nicht ganz.

der glan-blies-radweg geht tatsächlich vom beginn der alten glantalbahn von bad münster am stein bis niederhausen auf deren trasse. das wars dann aber auch schon. von staudernheim bis altenglan ist draisinenbetrieb, man fährt immerhin oft neben dem gleis, da wo früher mal das zweite gleis war. so richtig wirds erst wieder bahntrasse hinter glan-münchweiler bis waldmohr. leider ist der elschbacher tunnel wegen baufälligkeit mittlerweile wohl ganz gesperrt, was 1 km umleitung mit 40 hm bringt.

das hotel, welches ich mir in waldmohr ausgeguckt hatte, ohne zu reservieren, hat dienstags ruhetag! brauchbare tourist-info gibts auch keine, aber eine nette junge frau im edeka gegenüber hat ganz schnell dann in waldziegelhütte für mich was organisiert. sie meinte, ich solle hinter ihr herfahren (obwohl es an meinen klamotten eigentlich zu sehen war, dass ich mit dem rad unterwegs war). überhaupt waren die leute sehr hilfsbereit, aber nochmal 3 km und 80 hm, womit es knappe 100 km wurden, natürlich nicht hinter einem auto her.

am nächsten morgen, immer noch heißes wetter, über die nordsaarländischen hügel und berge nach st. wendel und auf die nächste bahntrasse, die strecke st. wendel – tholey, auch wendalinus-radweg genannt. reine radler- und inliner-strecke, ziemlich neu und asfaltiert. vor dem zugemauerten tunnel vor tholey hörts auf und es geht den berg hoch. bis primstal hab ich die landstraße benutzt und nicht den saarlandradweg, war mir zu umständlich. von primstal auf der primstalbahntrasse bis dagstuhl, nicht asfaltiert, aber einigermaßen zu fahren und landschaftlich schön.

von dagstuhl nach wadern und weiskirchen über einige hügel rüber und dann richtig knackig hoch bis auf 600 m, auch wieder landstraße, aber unangenehm, da hauptstrecke nach trier und deshalb recht stark befahren. und das 3 km bei 6 % steigung. runter nach kell. vielleicht wäre es besser gewesen, nicht über weiskirchen zu fahren, sondern in morscholz weiter geradeaus die landstraßen über steinberg, reidelbach den schwarzwälder hochwald hoch nach kell; wäre deutlich kürzer gewesen und wahrscheinlich weniger verkehr.

das erste hotel in kell hat betriebsferien, bei der pension doris ist keiner da, aber die leute gegenüber beim feierabendhock verweisen mich aufs hotel zur post am bahnhof. der sehr freundliche und hilfsbereite wirt bedauert, alles schon belegt zu haben, telefoniert aber mit dem “hotel typisch” gegenüber. da ist was frei, aber die wirtin kommt erst abends um zehn zurück. er bietet mir an, in seiner fahrradstation zu duschen und mich umzuziehen; frühstück + lunchpaket gäbs auch bei ihm und er würde die komplette abrechnung machen. dann hab ich da auf der terasse, direkt am ruwer-hochwald-radweg, auch zu abend gegessen. 0,4 liter viezschorle für 2,50!

am donnerstag die nächste bahntrasse, die hochwaldbahn. erst runter nach hentern und wieder zurück auf dem ruwer-hochwald-radweg bis hermeskeil. der weg ist ja auch erst ein paar jahre alt, asfaltiert und in entsprechend gutem zustand und gut genutzt. schade fand ich, dass er gerade im bereich des ruwer-durchbruchs nach zerf runter nicht auf der bahntrasse, sondern daneben auf einem asfaltierten waldwirtschaftsweg verläuft.

in reinsfeld abstecher zur gedenkstätte SS-sonderlager hintzert. auch mit rad nur über die landstraße zu erreichen.

ab hermeskeil auf dem hunsrück-radweg. hermeskeil selbst sollte man eher in richtung abtei umfahren und sich dabei die radwegführung durch ein großes und ödes gewerbegebiet sparen, und 90 höhenmeter. hinter thiergarten gehts 4 km und 160 hm durch buchenwald auf den hochwaldkamm, auf dem es nochmal 7 km auf einer gut gepflegten, asfaltierten forsttraße bis zum erbeskopf sind. der holzturm steht immer noch, ist immer noch gesperrt, wobei ichs mir diesmal verkniffen habe, trotzdem hoch zu steigen. die aussicht vom neuen “windklang” ist zwar auch ganz schön, aber halt nur auf den nordwest-halbkreis, nix richtung südosten oder so.

die abfahrt runter nach morbach geht auf geschotterten waldwegen, halbwegs erträglich zu fahren. in morbach mindestens drei radwegweiser zur tourist-info, aber die haben nur bis vier uhr auf; das muss man sich mal vorstellen! (nachtrag nach email-wechsel: der vorraum der tourist-info ist bis 22 uhr geöffnet und da gibts auch infos über freie zimmer und so.) hab trotzdem auch so was zum übernachten gefunden, war aber im vergleich zur post in kell unangemessen teurer, wobei letzteres auch nicht ganz billig war.

etwas regen nachts, dadurch morgens kühler. auf der höhe im hunsrück ists eh nicht so heiß wie im rheintal. der abschnitt von bischofsdhron bis hinzerath ist hübsch, z.t. asfaltierter feld- und waldweg, z.t. straße, beidseitig von linden gesäumt. in sohren (flugplatz hahn) sieht man noch deutlich, dass der ort früher von der us air force gelebt hat. überhaupt läuft der hunsrückradweg von büchenbeuren bis simmern oft nahe an der autobahnähnlich ausgebauten B 50 zum hahn. hinter kirchberg den ersten reiseradler seit bahnhof hermeskeil (nach 70 km wegstrecke) gesehen.

ab simmern die nächste bahntrasse, teil der hunsrückbahn, jetzt schinderhannes-radweg über kastellaun nach emmelshausen, mit schönen ausblicken über die hunsrückhöhen. in emmelshausen ist leider das letzte stück der trasse bis zum bahnhof zugebaut. zum abschluss auf der schmalen straße durchs gründelbachtal runter nach st. goar kam nochmal etwas gebirgsfeeling ob der serpentinen und 400 hm auf 10 km auf.

  • strecke: 355 km mit allen umwegen; 3500 höhenmeter meint basecamp anhand der logs
  • bilder
  • der track

ehemalige bahntrassen; radwege, draisinen, museumsbetrieb

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