transalp 3.0: salzburg – klagenfurt, oder: großglockner-hochalpenstraße

nicht mit dem auto oder motorrad, sondern mit dem fahrrad (und zuviel gepäck).

nach im prinzip umsteigefreier fahrt von bonn bzw. mannheim nach salzburg konnte es los gehen. “im prinzip” deshalb, weil bei brüllender hitze draußen eine klimaanlage nach der anderen im zug ausfiel, zum schluss auch die in unserem (fahrad-/steuer-)wagen, weshalb der ec nach klagenfurt in münchen verendete. es gab dann einen recht schnellen meridian regionalexpress kurze zeit später von münchen nach salzburg, so dass wir mit nur dreiviertel stunde verspätung dort ankamen.

da wir schon mal die ersten kilometer hinter uns bringen wollten und salzburg uns nicht so sehr gereizt hat, sind wir am leopoldskroner weiher vorbei und durchs leopoldskroner moos (recht hübsch) bis großgmain gefahren und haben dort übernachtet. am nächsten tag bad reichenhall gestreift und das saalachtal hoch via lofer, saalfelden, zell am see bis nach bruck. wetter wieder sonnig-heiß, landschaftlich sind das saalfeldner becken und der zeller see ganz schön.

der höhepunkt der tour, die groglo-hochalpenstraße ist bei schönem wetter eigentlich für reiseradler weniger geeignet: zu viele motorräder, autos, busse, zu viel lärm und gestank, aber das wussten wir schon vorher; trotzdem ätzend. die vielen rennradler und mtb-ler ohne gepäck stören weniger. außer uns haben wir nur ein tandem-paar als reiseradler gesehen.

mit dem anstieg, 10-12%, 13 km lang, plus vorher der anstieg von fusch nach ferleiten, hab ich mich doch etwas verschätzt; wir haben erheblich länger gebraucht als geplant. die letzten 140 höhenmeter hat uns dann ein sehr freundlicher jüngerer streckendienstmitarbeiter, selber mountainbiker, in seinem pritschenwagen bis zum fuschertörl gefahren, wo wir drei betten zum übernachten kriegen konnten. abends, wenn der ganze trubel vorbei ist, ists richtig schön da oben. und das frühstück am nächsten morgen war auch opulent.

mit der fahrt um die aus dramaturgischen gründen angelegte großglocknerblick-kurve haben wir uns nicht lange aufgehalten, da das wetter ungemütlich wurde, regen und so. runter zur fuscherlacke, wieder 250 höhenmeter hoch zum hochtor, “gipfelfoto” mit schnee an der seite, und weiter talwärts, zum teil im regen. es lohnt sich auf jeden fall, nicht runter nach heiligenblut (ogottogott, was für ein name!), sondern über die apriacher höhenstraße auf der talschulter nach döllach zu fahren; schmale straße, nur (wenig) anwohnerverkehr.

weiter unten im mölltal, kurz vor außerfragant, konnten wir uns gerade noch so vor einem unwetter mit gewitter, regen, hagel und sturm unterstellen, welches sich schon den ganzen nachmittag über zusammengebraut hatte. uns hats zum glück nicht so schlimm erwischt wie einige kilometer weiter unterhalb villach.

am donnerstag hatte einer die idee, statt dem drau-radweg in möllbrücke folgend, am südufer des millstädter sees entlang zu fahren. das hätten wir besser bleiben lassen sollen: ein paar zusätzliche höhenmeter, unwirtliche straßenknäuel im bereich der autobahnauffahrten lieserbrücke und dann der see selbst: fast komplett privat zugebaut oder wg. steilufer nicht zugänglich, landschaftlich eher belanglos. wir sind deshalb dann auf der straße zurück bis spittal und reumütig wieder dem drau-radweg gefolgt, der in dem bereich landschaftlich auch nicht unbedingt umwerfend ist: fahren auf dem deich mit wenig ausblick aufs wasser. auf alle fälle empfehlenswert: gasthaus jausenstation wallner, wo wir was zum übernachten gefunden haben und am nächsten morgen ein noch viel opulenteres frühstück hatten.

in villach kleiner stadtrundgang. sehr angenehm: es gibt den “radbutler” am drauufer (einrichtung der stadt), wo man sein rad bewacht abstellen kann, die ersten zwei stunden kostenlos. viele leute waren dabei, die sturmschäden zu beseitigen. weiter drau-abwärts lagen teilweise noch bäume auf dem radweg, so dass wir umleitungen fahren mussten.

dann hatte einer die idee, statt dem drau-radweg folgend am wörthersee entlang nach klagenfurt zu fahren. das gleiche wie am millstädter see, alles privat verbaut. immerhin haben wir eine kleine öffentliche badewiese zum pausemachen gefunden und die letzten vier kilometer, die fahrradstraße am lendkanal entlang bis direkt zum neuen platz im klagenfurter zentrum entschädigen für den ganzen wörthersee.

samstag vormittag kostenlose privat-stadtführung vom tourismus-büro (wir waren die einzigen interessenten) und besteigung des stadtpfarrturms (gute übersicht über die gegend, ohne wörthersee).

dann hatte einer die idee …, maria wörth und so, kannsde knicken. jedenfalls sind wir zum keutschacher see hoch geradelt und im dortigen strandbad schön baden gegangen. landschaftlich reizvoller, das keutschacher seental und nicht so viel trubel.

die rückfahrt verlief im gegensatz zum letzten jahr ohne zwischenfälle.

die groglo nochmal mit dem rad? im gegensatz zu den beiden vorherigen alpenüberquerungen eher nein wegen des vielen auto- und motorradverkehrs.

  • bilanz: 380 km, vielleicht 5 – 6000 höhenmeter; die verschiedenen gps-logger sind sich da nicht einig
  • meine bildergalerie alles am stück
  • und Klaus sein picasa
  • der track