vom ötztal übers timmelsjoch nach verona

der ursprüngliche plan war eine 4-pässe-tour, die höhenmeter waren dann aber doch zu viele und das wetter anfang september möglicherweise in den bergen nicht so gut, so dass der endgültige plan ötztal – timmelsjoch – kaltern – gardasee – verona wurde. verona und nicht brescia deshalb, weil die zugverbindungen ab verona besser sind.

der hit ist die anreise nach ötztal: von bonn bzw mainz umsteigefrei mit fahrt über die trisannabrücke nach ötztal bahnhof. kurze dreieinhalb kilometer bis zu unserer unterkunft.

nachts etwas regen, der blick am morgen aus dem fenster: tiefhängende wolken. aber die verzogen sich zunehmend. ein kleiner vorgriff: diese vierte transalp war die erste, bei der wir die regenklamotten kein einziges mal rausholen mussten.

eine radroute durchs ötztal gibts nicht, nur einen mtb trail, der aber stellenweise für reiseradler heftige rampen hat. so fuhren wir mal auf diesem trail, mal auf der B 186, wenns ging durch die dörfer daneben. am ortseingang von sölden gibt es eine touristinfo, die allerdings für zwieselstein nur eine pension anzeigte. immerhin haben wir nach anruf dort was zum übernachten reservieren können. der ort sölden selbst: am besten augen zu und durch. im winter muss dort die hölle los sein an skitourismus. hinter sölden der erste knackige anstieg an der kühtrainschlucht vorbei nach zwieselstein. dort gibt es aber noch mehr pensionen und unterkünfte, als in sölden (und im web) angezeigt werden. da das ötztal landschaftlich nicht unbedingt umwerfend ist, könnte man, um sölden und so zu vermeiden, auch mit dem bus mit fahrradanhänger (wie oft fährt der?) von ötztal-bf bis zwieselstein fahren und dort starten. ein abstecher zu fuß in die kühtrainschlucht lohnt aber dennoch.

am nächsten morgen blauer himmel, aber im schatten des tals der gurgler ache recht frisch. der erste anstieg auf die nächste talstufe kommt zum anheizen aber sofort. die berge mit den gletschern rund um obergurl sind schön anzusehen, der ort selber wohl kaum; dazu wäre auch ein abstecher mit 200 höhenmetern nötig. an hochgurl vorbei besser die schöne aussicht ins ötztal genießen. die 130 hm runter von der mautstation zum timmelsbachtal sind ärgerlich, zumal auf der langen steigung im timmelsbachtal mit 8-10 % steigung auch noch gegenwind war. wie geschätzt um ein uhr auf der passhöhe, diese eher unspektakulär, für ein gipfelfoto nicht so richtig zu gebrauchen. viele renn-/mtb-fahrer lassen sich mit dem auto hochfahren um nur runterbrettern zu können; aber auch welche, die selber hochfahren. keine reiseradler gesehen. die abfahrt die serpentinen runter ins passeier, vergleichbar mit der vom splügenpass nach chiavenna, lohnt die ganze mühe. im gasthof hochfirst könnte man auch übernachten, mit schönem blick auf die berge, aber so früh am nachmittag hätte sich das nur gelohnt, wenn man noch eine kleine bergwanderung macht. es war auch erst halbvier, als wir in moos im cafe maria die unterkunft bezogen haben. später am abend gabs überraschenderweise etwas regen.

wir sind nicht nach st. leonhard rein, sondern den radweg an der passer entlang. den einstieg dazu hätten wir fast übersehen, da die abzweigung im kreisel so schön geradeaus aussieht. der weg lässt sich meist gut fahren, im unteren teil manchmal etwas ausgewaschene längsrillen. ab ungefähr saltaus fangen die apfelplantagen an und das tal ist nicht mehr so schön. wie vor zwei jahren schon haben wir uns in meran nicht groß aufgehalten, nur sind wir diesmal durch die wilhelmstraße, die dort freiheitsstraße heißt, gefahren. die idee, durch die dörfer statt den etschradweg zu fahren, war schon richtig, allerdings ist auf der straße schon noch verkehr und die geht oft am ortsrand entlang. für eine apftelstrudelpause war die terlaner weinstube mit hof unter unter linden ganz nett. ab sigmundskron lohnt es sich auf alle fälle, statt des etschradweges auf der ehemaligen trasse der überetscher bahn nach kaltern und dann die südtiroler weinstraße weiter bis mezzocorona zu fahren. für kinder ist diese strecke nicht geeignet, da sie ab kaltern auf der straße führt und diese zwischen kaltern und tramin ziemlich viel verkehr hat.

vor mezzocorona sind wir wieder zum etschradweg gewechselt bis nave san rocco und ab dort nach pressano auf die echte via claudia augusta bis lavis; steiler anstieg in der vormittagshitze. ab lavis wieder wie vor zwei jahren den etschradweg nach trento, da auf der straße durchs große industriegebiet viel verkehr; es zieht sich. nach einer mittagspause in trento-pedicastello starteten wir wieder den versuch, via sardagna ins valle dei laghi zu gelangen, um von dort zum gardasee zu fahren. wie vor zwei jahren sind wir wieder gescheitert, diesmal aber schon etwas höher. den steilen weg hoch, mit 15-20%, ging stückweise nur noch schieben, dann auf der straße ging wieder fahren. in sardagna gabs nix zum übernachten, das centro congresso auf der klippe offensichtlich pleite, unklar, obs in sopramonte was gäbe. das risiko war uns zu groß und so sind wir wieder runter ins etschtal. bei mattorello war am radweg zwar eine pension ausgeschildert, aber danach nicht mehr. wir hätten in den ort reinfahren sollen. 8 km weiter nach besenello rein, das hotel an der straße pleite, das blue mind b&b wollte nur für zwei nächte vermieten, aber in calliano gäbs was. im hotel aquila ein wahres doppelzimmer bekommen, zwei zimmer mit je einem king size bett, alles holzverkleidet, zu einem passablen preis. restaurant hat das hotel keines mehr, so blieb fürs abendessen das einzige restaurant am ort, jolly.

den weg von rovereto übern berg nach torbole kannten wir schon, entgegen dem plan sind wir aber am ostufer entlang gefahren, da uns dieses besser und mit weniger verkehr belastet zu sein schien als die tunnelstraße am westufer. außerdem kürzer im hinblick auf unser ziel verona und die gegend am südufer erschien uns auch nicht sonderlich reizvoll. in castelletto di brenzone, in der tankstellenpension ein zimmer bekommen, mit klimaanlage + balkon mit seeblick. was fest eingeplant war und wegen des wetters gut funktioniert hat: einmal im gardasee schwimmen gehen. die wassertemperatur war angenehm, wenn man erst mal drin ist. der alte dorfkern mit seinen sehr engen gassen ist hübsch restauriert, lohnt einen besuch.

am sonntag war dann in und um garda sehr viel trubel und autoverkehr los, touristinfo hatte geschlossen, so sind wir kurzerhand die ausgeschilderte route übern berg nach rivoli veronese, oberhalb der veroneser klause und von dort den etschradweg am etschkanal entlang. nach einer eiskaffeepause in bussolengo weiter am kanal entlang waren wir gegen drei uhr in verona. touristinfo auch dort schon zu, die touchscreen info genauso unbrauchbar wie die website, um eine unterkunft zu finden. nach einem kleinen umweg haben wir dann über booking.com eine hübsche pension in der altstadt bekommen, zu einem passablen preis, aber ohne frühstück. letzteres macht in italien keinen großen unterschied. den rest des tages und den montag haben wir mit sightseeing verbracht und die rückfahrt verlief bis auf den mal wieder verpassten anschluss in darmstadt problemlos.