baden & elsass im frühling

aus hier nicht näher zu erläuternden gründen bin ich in baden-baden aus dem EC gefallen. eigentlich baden-baden – baden-oos (so ähnlich wie wittlich/wengerohr). btw, die SBB-IC-waggons sind besser als die von der ÖBB: die zwei fahrradhängeplätze sind am selben ende des waggons, besser angeordnet und direkt neben der tür, so dass das einsteigen und aufhängen auch leichter geht.

nach dem umziehen hab ich mir den bahnhof nicht weiter angeguckt und bin in richtung rhein losgeradelt. das wetter war gut, sonnig, nicht sehr warm, etwas wind. obwohl ich ein gutes stück auf der B3 gefahren bin, waren die autofahrer alle rücksichtsvoll und haben beim überholen viel abstand gehalten; ziemlich ungewohnt. eine kleine straße mit wenig verkehr durch die rheinauen bis kurz vor rheinmünster, recht hübsch. auf dem rheindeich wie gewohnt eher langweilig, da der rhein dort kanal ist, aber immer wieder etappen durch felder und auwälder. überhaupt viele blühende obstbäume, birnen, kirschen. wegen der hinweisschilder zum kustall in freistett schon dort was zum übernachten gesucht und gefunden. zwar ohne frühstück, aber das gibts bei der bäckerei im dorf.

die gegend heißt auch hanauerland, weil im 15. jahrhundert ein hanauer Philip eine von lichtenberg geheiratet hat. nachdem der letzte hanauer graf gestorben war, ging das ganze auf einen Ludwig von hessen-darmstadt über. bin also sozusagen heute nicht allzu weit weg gekommen.

am nächsten tag um halb acht bei wolkenlosem himmel und um die fünf grad los gefahren, z.t. auf dem rheindeich, an den kiesgruben und auwäldern entlang nach kehl. durch kehl durch ziemlich viel autoverkehr, grenzverkehr nach frankreich. strasbourg scheint recht fahrradfreundlich, viele velorouten gut ausgeschildert, allerdings oft auf radwegen, die aber meist genügend breit sind. in der altstadt so ziemlich alle einbahnstraßen für radfahrer in beide richtungen frei, es wird sehr viel rad gefahren. außerhalb siehts deutlich anders aus: jede menge bunte papageien auf rennrädern, reise- oder alltagsradler so gut wie gar nicht.

bis obernai mit dem regionalzug überbrückt, da die strecke bis zum vogesenrand nicht so prickelnd ist. die dame in der tourist-info in obernai war sehr hilfreich und hat mir eine unterkunft organisiert, wo ich den größeren teil meines gepäcks hingebracht habe und dann in richtung ehntal gestartet bin.

die 850 höhenmeter bis zum scheitelpunkt hattens ganz schön in sich, obwohl im mittel ab klingenthal “nur” 7%. die vegetation ist da hoch doch noch deutlich zurück, vogesenfeeling wie früher mit den bächen und so. beim ehemaligen lager natzweiler-struthof nur kurz verweilt. ich weiß nicht so recht, die wiederhergerichteten holzbaracken und so, hinzert fand ich angemessener. der weitere weg runter nach rothau und durchs bruche-tal nach dörlisheim und weiter nach obernai war doch erheblich länger als ich schlampig geplant hatte; die fahrt über boersch und auch die stadtbesichtigung obernai daher ausgefallen. vielleicht sollte ich doch nochmal da hin mit etwas mehr zeit und vogesen + mont sainte odile, ottrott, boersch, …

am donnerstag kurz übern markt in obernai und dann die elsässer weinstraße nach barr, dambach, chatenois bis bergheim. ich hätte ja gerne eine kaffeepause mit kuchen gemacht, aber in diesen ganzen weinstraßenorten gibts nur jede menge weinlokale, aber keine cafes oder wenigstens bäckereien mit ein paar tischen und stühlen draußen. oder zur not auch drin. so schön die dörfer sind, aber nach 40 km wirds auch bald langweilig.

in bergheim in richtung rhein abgebogen und durch illhäusern an der ill zum canal du rhóne au rhin. sehr schön, wobei im sommer dürfte man wenig zur seite sehen wg. der stellenweise dichten vegetation. der radweg ist im gegensatz zur klassifizierung in osm durchgehend bis neuf brisach befahrbar, wassergebundene decke und gut gepflegt.

in breisach nach einchecken in der jugendherberge zum münster hoch, im cafe etoile mit blick auf rhein und vogesen einen flammkuchen gegessen + zwei weißweinschorle getrunken und den sonnenuntergang genossen. es scheint das angekündigte schlechte wetter aufzuziehen, tags wars sonnig, aber auch diesig.

den letzten tag der tour hab ich damit verbracht, übern tuniberg nach freiburg zu radeln und mit dreimal umsteigen nach hause zu fahren.