bergisches land und ruhrgebiet

bahntrassen, altes eisen, halden und kanäle

ehemalige bahntrassen gibts jede menge, viele davon reine güterbahnen und deshalb schon lange nicht mehr benutzt, zugewachsen oder abgerissen und überbaut. manche als radweg aus dem dornröschenschlaf erweckt und zur route der industriekultur ausgebaut wie die erzbahn. die meisten der trassen, die ich gefahren bin, sind gut asfaltiert und schön zu fahren und haben deshalb einen hohen freizeitwert. da sie aufgrund des jahrzehntelangen brachliegens seitlich einen hohen sukzessionsbewuchs haben, fährt man über größere abschnitte zwischen büschen und bäumen und sieht von der landschaft kaum was. an einem schönen märztag sieht das bestimmt schon wieder anders aus. als radverkehrsverbindungen taugen viele nicht, da die güter- und industriebahnen naheliegenderweise nicht entlang der (heutigen) personenverkehrsbedürfnisse gebaut wurden. von der ursprünglichen eisenbahninfrastruktur ist kaum noch was zu sehen, selbst keine kilometersteine mehr. ab und zu mal ein dahin drapiertes signal (am falschen standort oder mit fantasie-signalbild). klar, wurde seinerzeit als erstes abgebaut.

vom alten eisen ist an einzelnen stellen noch was zu sehen, brückenbauwerke, ein paar fördergerüste etc und natürlich die museen wie zeche zollverein, zeche zollern, jahrhunderthalle bochum. und jede menge infotafeln. vom ruhrgebiet, so wie ich es noch in der schule gelernt habe, ist nichts mehr zu sehen (s.a. hier), kaum noch qualm und gestank, viel grün von den halden aus zu sehen. die stinkende emscher gibts noch, wobei man aber auch erstmal auf die idee kommen muss, das als fluss zu bezeichnen. aber die wurde im 19. jahrhundert ja auch explizit als abwasserkanal gebaut. in ein paar jahren soll das besser sein.

duisburg – vohwinkel

diesmal nicht wegen knapper anschlüsse oder ausgefallener züge, sondern wegen sperrung der strecke darmstadt–aschaffenburg wegen bauarbeiten wieder mit dem rad zum darmstädter bahnhof. und auch der anschluss in mainz hat geklappt, so dass ich einigermaßen pünktlich umsteigefrei in duisburg ankam. grölen in der bahnsteigunterführung, behelmte polizei vor dem eingang, die die busse für die essener fans zum stadion zum lokalderby eskortierte. fußball!

durch stadtwald und übern kaiserberg auf die andere ruhrseite, mit den ersten stücken bahntrasse am wasserturm aquarius in mülheim vorbei den ruhrradweg nach essen-kettwig. ruhrradweg bis dahin lohnt nicht so richtig, klar sonniger sonntag und viel los, aber die wegeführung ist etwas zu familienfreundlich umständlich, streckenweise holpriger belag. gibt auch nix wirklich spektakuläres zu sehen. vielleicht wirds ab kettwig ruhraufwärts schöner.

aquarius

 

 

die erste größere bahntrasse, die niederbergbahn, steigt kontinuierlich bis velbert an, immerhin 190 höhenmeter auf 13 km, aber trotzdem entspannt zu fahren. leider sieht man kaum was, da die strecke zugewachsen oder im einschnitt geführt ist. auch der abstecher wülfrath war überflüssig, vom wülfrather see sieht man nix. hätte ich aber auch bei genauem hingucken auf die karte sehen können.

niederbergbahn

die härte ist die route ab dem ende der bahntrasse: linksseitiger, daher zweirichtungs-geh- und radweg (Vz 240), geschätzte breite 1,20 m, davon 50 cm hineinragender bewuchs. dergleichen habe ich auf der tour noch sehr oft gesehen und selbstverständlich nicht benutzt. ich bin aber auch kein einziges mal angehupt worden, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass noch ferien waren und ich nicht zur hauptverkehrszeit unterwegs war. es gibt noch viel zu tun in NRW in sachen radverkehr.

wuppertal-vohwinkel, naja, hat schonmal bessere zeiten gesehen, kein restaurant gefunden, nur imbissbuden. selbst die pizzeria, die in osm noch eingezeichnet ist, gibts nicht mehr (osm: Unresolved note #1879307). in einer kleinen kneipe gabs dann immerhin eine portion knoblauchspaghetti und einen rotwein am tisch draußen unter der schwebebahn.

 

 

 

 

vohwinkel – bochum

für den zustand war das hotel zu teuer, zimmer sehr klein, kein nachttisch, bett zu kurz, bad in 70er-jahre-ocker, dusche um die ecke außerhalb und auch sehr eng. möbel etwas fertig. in bäckereikette gegenüber zum kleinen frühstück + belegtes brötchen als proviant. kurz nach halbneun bei leichtem gedröbbel los.

auf der korkenziehertrasse gibts immerhin schon etwas mehr ausblicke, aber richtig lohnen tuts auch nicht. das stadtzentrum von solingen liegt bei 230 m, also auch wieder 100 höhenmeter von vohwinkel. solingen hat immerhin noch ein obusnetz und zumindest am zob zebrastreifen in rot und in der richtigen richtung. nix vernünftiges gefunden für zweites frühstück. wie überall, außer am neckar oder so, cafe-konditoreien gibts nicht mehr, nur noch fabrikbäckereien. deshalb ohne einkehr wieder zurück. müngstener brücke hab ich sein gelassen, zuviel aufwand und höhenmeter; mal genug bergisches land.

korkenziehertrasse

alter solinger hauptbahnhof

zebrastreifen, richtige richtung

 

von vohwinkel auf die nordbahntrasse und kohlenbahn bis hattingen. so belanglos niederbergbahn und korkenzieher sind, so imposant ist die nordbahntrasse, auch die kohlenbahn landschaftlich ganz schön, geht aber in hattingen leider nicht weiter. nach einer eisschokolade in der recht hübschen hattinger altstadt nur kurz zur henrichshütte, weil es für einen besuch schon zu spät war; würde bestimmt einen eigenen besuch, zusammen mit dahlhausen lohnen.

nordbahntrasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kohlenbahn

 

 

 

die 12 km nach bochum ziehen sich etwas. minischmale bürgersteigradwege mit benutzungspflicht, vielleicht wegen der straßenbahn auf der fahrbahn. hab sie nicht benutzt. die route kommt genau am bermuda3eck raus, größte kneipendichte (nicht anzahl) deutschlands, angeblich. was für touris und junggesellenabschiede, hab ich mir nicht angetan. sonst scheint bochum kulinarisch nicht viel zu bieten, trotz uni-stadt kein bio-restaurant gefunden und auch sonst nix, was mich angemacht hätte. bin dann bei einem türkischen veggihaus gelandet, wo ich einen veggihaus-teller verputzt habe, humus, lamacuhn, weißkohl, … ganz gut und hat satt gemacht. das vierbettzimmer in der JH hab ich für die erste nacht alleine.

 

 

westrunde

das ist zuerst mal die an der jahrhunderthalle beginnende erzbahn zum hafen grimberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auf dem rückweg auf die halde rheinelbe hoch

 

 

 

 

 

 

 

und dann wieder nach norden zur zeche nordstern und dem nordsternpark.

 

 

 

dieser stinkende kanal heißt emscher und die flüssigkeit darin ist tatsächlich schwarzgrau

 

 

zurück, vorerst am zollverein vorbei

 

 

 

ein bisschen durch essen zum bisherigen ende des RS1. nennt sich radschnellweg, ist auch breit ausgebaut, aber nicht wirklich gut zu fahren. alle ritt lang holprige pflasterschwellen, zwischendurch sogar ein abschnitt mit wassergebundener decke mit deutlichen spurrillen. also als weg zur arbeit nicht wirklich gut. zudem ist es kein reiner radweg, sondern wie die meisten bahntrassenwege ein kombinierter rad- und fußweg. an feiertagen mit schönem wetter ist da mit schnell nix. wenigstens stehen noch ein paar lichtsignale, an den originalstellen. ich bin ihn bis zum abzweig des grugawegs gefahren. dieser ist am anfang mit wassergebundener decke auch holprig, aber landschaftlich ganz hübsch, wenn auch mal vor lauter bäumen nicht so viel zu sehen ist. ab kurz hinter grugapark/messe zur ruhr runter neuer asfalt in gutem zustand und ohne pflasterschwellen. geht doch!

 

 

 

 

 

 

der rest des tages war ruhr entlang nach dahlhausen und auf neu asfaltiertem radweg auf der trasse der kohlensammelbahn eine entspannte rückfahrt nach bochum, wo ich das zimmer in der JH nun mit zwei jungen studenten teilen musste.

 

villa vogelsang; leider arbeite ich nicht mehr in der softwarebranche

 

 

 

 

ostrunde, zeche zollern

sonnig, kühler wind, kurz nach neun los. auch ohne halden gehts dort hügelig zu. hinter hiltrop gibts zwei km offensichtlich ehemalige bahntrasse (was für eine strecke? “deutsche fußballroute nrw” ist so … wie fußball), neu asfaltiert und schön zu fahren und endet bei der landmarke gehrte.

 

ehemals zeche lothringen

halde lothringen

 

die drahtkorbmauern aus ziegelsteinen der ehemaligen zechengebäude

 

 

 

 

zeche zollern, der haupttagesordnungspunkt heute. das einzige, was noch richtig original ist, ist die maschinenhalle mit dem inventar, zwar nicht vollständig, aber immerhin. die fördergerüste sind von anderen zechen abgebaut, sofort erkennbar an der verschraubung der einzelne teile. ist auch weiter nicht verwunderlich, da zuerst mal alles verwildert und verfallen gelassen wurde. war ja auch eine unmenge an gerümpel und an erhaltung hat in der krise keiner gedacht, weil kein geld da war. das gleiche mit den bahnanlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

pferdestall, heute museumsrestaurant. unglaublich, welche mengen an pferden damals untertage gehalten (gequält) wurden, um die grubenwagen zu ziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bis dortmund-dorstfeld gefahren, einen amarenabecher konsumiert; das eis war künstlich süß, die amarenakirschen haben nach chemischem lösemittel geschmeckt.

reste der dortmunder union

 

weiter in richtung rheinischer esel, nicht bis ganz nach löttringhausen, sondern zwei km davor auf den weg. zuerst bis witten-annen wassergebunden, aber brauchbar zu fahren meist, dann asfaltiert, vor allem der westteil ab witten recht neu und schön zu fahren.

 

nach dem frust gestern hab ich beschlossen, mir beim veggihaus einen falafel mitzunehmen und in der JH auf der außenterrasse zu essen, statt mir in der stadt wieder was zu suchen und nix passendes zu finden. neuer mitbewohner aus bremen, auch auf radtour, erzählte, dass er die übernachtung über booking.com für 34,- bekommen hat. hm!

bochum – datteln

wetter wie gestern, sonnig, relativ frischer wind. kurz nach neun los zur erzbahntrasse und zum hbf wanne-eickel. naja, eigentlich schöne nachkriegsarchitektur, aber etwas heruntergekommen, innen die fenster zu, eine fabrikbäckereikette hat ihren verkaufsstand in der halle. und die mainstreet von wanne! uuuh!

 

 

 

 

 

 

 

der mond von wanne-eickel

weiter nordwärts zu halde hoheward, sehenswert!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in recklinghausen, nette innenstadt übrigens, zumindest nach wanne, eine gute eisschokolade konsumiert. über paar ecken zur könig-ludwig-trasse und zum alten schiffshebewerk henrichenburg. für einen museumsbesuch wäre es zu spät geworden, weil ich noch einen besuch auf dem programm hatte. davon erzähle ich hier nichts.

 

 

 

 

 

die rückfahrt am nächsten tag ab recklinghausen, nur regionalverkehr, zog sich aufgrund von verspätungen etwas.

fazit: es gibt da noch paar sachen zu besuchen.

summen: 370 km, 3500 hm, mehr oder weniger

 

(osm: Unresolved note #1879302 + Unresolved note #1879307)