dieburger dreieck

das vorläufige ende

diebdreck

ist mit dem beschlossenen bebauungsplan erstmal erreicht. nun werden wohl die bagger anrollen, damit bis zum 1. märz alles plattgemacht ist.

laut bi-zeitung (2020: die bi gibts schon länger nicht mehr) besitzt die stadt dieburg 72.000 qm, 86.000 qm sind in privatbesitz. wenn nun laut darmecho „die Stadt fast drei Millionen Euro erlöst“, dann „erlösen“ die privaten grundstücksbesitzer ungefähr 3,5 millionen oios, also 40 oios/qm.
für ackerland!
oder ist da ein denkfehler drin?
vielleicht bekommen einige gemeinnützige einrichtungen in dieburg und umgebung ja auch demnächst eine großzügige spende.

jetzt wo die bäume fallen, könnte man mal rückblick halten und fragen, warum das alles so scheiße gelaufen ist. wo anfangen?

vergleicht man den fnp-entwurf 2007 mit dem von 2012, was im wesentlichen das ist, was jetzt beschlossen wurde, dann fällt auf, dass nicht etwa das geplante gewerbegebiet westlich der dreieichbahn komplett zugunsten des dieburger dreiecks aufgegeben wurde, sondern nur etwa ein drittel, nämlich die allmendsländer. dennoch halte ich den von herrn Wichert in der info-veranstaltung am 21.1.14 an die wand geworfenen katastrophismus, wonach bald ganz dieburg von gewerbegebieten umzingelt sein könnte, für irreführend. sowas steht in absehbarer zeit nicht zur debatte und moralische begriffe wie „gier“ führen auch nicht wirklich weiter.

arbeitsplätze. ich halte das argument der zusätzlichen arbeitsplätze in dieburg für einen frommen wunsch, lasse mich aber von der realität gerne eines besseren belehren, sofern es per saldo wirklich zusätzliche und nicht nur importierte arbeitsplätze sind.
andererseits klingt für mich das argument, die neuen arbeitsplätze seien hauptsächlich im niedriglohnsektor und deshalb könnten sich diese arbeitsplatzinhaber ein leben in dieburg gar nicht leisten, sehr nach „wir wollen unter uns bleiben und kein proletariat hier“.

versiegelte flächen. entsprechend dieser planzeichnung kommen zu den 89.000 qm hallenfläche noch ganz grob geschätzt 24.000 qm bebaute, betonierte oder asfaltierte aufstell- und verkehrsfläche hinzu. in summe 113.000 qm versiegelte fläche, für die nirgendwo was entsiegelt wird.

und so siehts jetzt aus

diebdreck

das ende, anfang 2015

diebdreck

 

 

warum ich (mittlerweile) dagegen bin

warum ich mittlerweile dagegen bin

vorliegend geht es um die änderung des fnp, drei zitate aus der begründung:

  • Anlass der vorliegenden Bauleitplanung ist die Anfrage eines Investors, die im Änderungsbereich des Flächennutzungsplanes gelegenen Flächen für die Ansiedlung eines Logistikunternehmens zu nutzen.
  • Vor dem Hintergrund, dass innerhalb des Stadtgebietes Dieburg keine Flächen mit vergleichbarer Lagegunst für verkehrsintensive gewerbliche Nutzungen zur Verfügung stehen, die kurzfristig für eine derartige Nutzung bereitgestellt werden können, soll der Flächennutzungsplan für diesen …
  • Der Regionalplan* weist die Flächen im Änderungsbereich als „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“ und „Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft” aus. Für kleinere Teilflächen im Osten erfolgt darüber hinaus noch die Ausweisung „Vorranggebiet Regionaler Grünzug“.
  • im zuge dieser änderung soll die 11 ha fläche „Auf die Allmendsländer“ im gegenzug aus dem fnp als gewerbefläche herausgenommen und wieder zur landwirtschaftlichen nutzfläche werden. da das dieburger dreieck ca. 16 ha hat, werden hierdurch also 5 ha zusätzliche gewerbefläche ausgewiesen.

als die sache vor vier jahren anfing, schon damals ging es um reifenlogistik, habe ich zugestimmt, weil mir die idee stimmig erschien, unter der prämisse, das gebiet „Auf die Allmendsländer“ gegen das neu auszuweisende dieburger dreieck zu tauschen und auf letzterem ein logistikunternehmen anzusiedeln, zusätzliche steuereinnahmen für die stadt zu generieren. zur erinnerung: es ging in den ganzen vier jahren immer nur um einen logistikbetrieb; auch bei zwischenzeitlich anderen interessenten ging es immer um die nutzung der gesamtfläche für logistik/warenversand

als das vorhaben mit der firma fiege erstmals konkreter und damit für die öffentlichkeit richtig wahrnehmbar wurde, regte sich widerstand in der bevölkerung dieser widerstand mag mehr oder weniger durch partikularinteressen begründet sein, was aber nicht ungewöhnlich und auch nicht illegitim ist.

jedenfalls hat mich dieser widerstand dazu gebracht, meine eigene haltung zu dem vorhaben zu überdenken und dabei bin ich zu folgenden einschätzungen gekommen:

  • ein solches logistikzentrum ist in dieburg wenig zukunftsfähig
  • auch wenn es unterschiedliche meinungen dazu gibt, wann der zeitpunkt des peak oil sein wird ist für mich klar, dass es nicht ewig so weitergehen kann mit dem verbrauch fossiler energieträger, insbesondere von erdöl, was dann auch auswirkungen auf den immer stärker ausgedehnten transportsektor haben wird (s.o. zitat „verkehrsintensiv“)
  • auch im hinblick auf den klimawandel und die energiewende finde ich die förderung des immensen verkehrsaufkommens durch das ausufernde hin- und hertransportieren von waren nicht akzeptabel (s.o. zitat „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“)
  • vor diesem hintergrund könnten wir uns die sache mit dem klimaschutzkonzept dann auch sparen und das stadtleitbildprojekt namens „Klimaschutz und Energieeffizienz mittels einer Energieleitplanung für Dieburg umsetzen“ den hasen geben

und außerdem bin ich der meinung, dass unter landschaftsästhetischen gesichtspunkten weiterhin die bahnlinie die östliche grenze des gewerbegebietes bilden sollte (s.o. zitat „Vorranggebiet Regionaler Grünzug“)

bevor jemand auf die idee kommt, ich wolle das gewerbegebiet „Auf die Allmendsländer“ behalten: natürlich will ich das nicht! ich werde also gegen die änderung des fnp stimmen und wünsche mir die herausnahme der Allmendsländer aus dem fnp als gewerbegebiet und die konzentration auf die entwicklung des gewerbe- und mischgebiets dieburg süd.

unabhängig davon sind für mich ungeklärte fragen speziell zu fiege:

  • wozu dreischichtbetrieb? nachtarbeit sollte es nur da geben, wo sie unbedingt nötig ist. reifenversand gehört nicht dazu.
  • warum kein bahnanschluss zum antransport der reifen aus breuberg? der anschluss in breuberg wäre mit ca. 2 mio oios wieder herzustellen

der standort dieburg ist für fiege ausschliesslich wegen der reifenlogistik interessant; die aussage „wir verdienen kein geld mit den lkw-fahrten“ ist augenwischerei.

zum totschlagargument „arbeitsplätze“: wieviele arbeitsplätze sind realistisch? gibt es einigermaßen zuverlässige schätzungen, was im besten und was im schlimmsten fall für dieburg rausspringt? insbesondere die höhe der zu erwartenden (gewerbe)steuereinnahmen halte ich für nach wie vor ungeklärt. planzahlen zu umsatz/gewinn/lohnsummen?

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