

… und schon wieder sollen alte Linden gefällt werden!
wenn es nach dem willen der koalition (CDU+FDP) und der SPD geht, sollen im zuge der erneuerung der straße „Altstadt“ alle 15 dort stehenden alten Linden gefällt und durch neupflanzungen ersetzt werden. argument: der kahlschlag käme billiger, oder etwas vornehmer, mit einem bullshit-bingo-fähigen begriff formuliert: „Um ein Gesamtkonzept realisieren zu können, sollten alle alten Linden auf der Nordseite der Straße entfernt werden“.
das vorliegende baumgutachten besagt, dass von den elf Linden vor der Gnadenkapelle eine und von den vier Linden vor dem ehemaligen schulamt drei akut umsturzgefährdet sind, aber die anderen bäume mit normalen pflegemaßnahmen und pfleglichem umgang während der umbauarbeiten erhalten werden können.
Grüne fordern Erhalt der Linden vor der Gnadenkapelle
Nachdem auf Intervention der Grünen die Denkmalschutzbehörden die Beseitigung der Friedhofsmauer an der Wallfahrtskirche im Zuge der grundhaften Erneuerung der Straße „Altstadt“ untersagte, kommt für diese nur noch die bereits vor Jahren grundsätzlich beschlossene Variante 1 in Betracht, die nunmehr zwei Radwege vorsieht.
Seinerzeit stand außer Zweifel, dass die an der Mauer wachsenden Bäume bei den Umbaumaßnahmen nicht beseitigt werden müssen. In der Zwischenzeit wurde ein Baumgutachten eingeholt, das in diesem Bereich die Schädigung lediglich einer der zehn Linden attestierte. Angesichts dieser Situation ist für die
Grünen unerklärlich, weshalb wegen der Krankheit nur eines Baumes weitere neun nicht geschädigte Linden im Zuge der Sanierungsmaßnahme gefällt werden sollen.
Die Grünen sind selbstverständlich für den Erhalt der sehr alten Bäume vor der Wallfahrtskirche. Denn die vorhandenen Linden prägen das historische Stadtbild an einem der Wahrzeichen Dieburgs maßgeblich mit. Daher tritt sogar der ökologische Aspekt des Erhalts der Baumveteranen in den Hintergrund. Die
Bürger können sich gerade jetzt im Mai ein Bild vor Ort machen, wie vital die Linden sind.
Eine Einzelnachpflanzung des einen geschädigten Baumes und eines weiteren, welcher in früherer Zeit entfernt worden ist, ist unter Berücksichtigung des Gesamtbildes vor der Gnadenkapelle nicht nur vertretbar, sondern eindeutig besser, Denn nennenswerte Erhaltungskosten bei den Ausbauarbeiten dürften nicht entstehen, weil der Erhalt von gesunden Bäumen grundsätzlich bei der Ausschreibung von Sanierungsmaßnahmen zu berücksichtigen ist. Kosten für den dabei üblichen Schutzzaun fallen kaum ins Gewicht. Demgegenüber stellt sich die Beseitigung der alten Bäume wegen der historischen Mauer als äußert kompliziert und teuer dar. Denn hierzu müssen umfangreiche Wurzeln ausgegraben, die Mauer geschützt und ggf. Leitungstrassen verlegt werden.
Im Verhältnis zum Erhalt stellen sich die mit einer Beseitigung der Bäume verbundenen Kosten als völlig
unverhältnismäßig dar. Etwaigen Problemen der künftigen Radwegtrasse mit dem Wurzelbereich der alten Bäume kann mit einer Niveauerhöhung des Fußgänger- und Radwegs begegnet werden. Dies hätte den Vorteil eines gut abgegrenzten Fahrradwegs, was der Erhöhung der Verkehrssicherheit der nicht motorisierten
Verkehrsteilnehmer dient. Zu fordern ist ohnehin ein beidseitiges absolutes Halteverbot sowie ein asphaltierter Radweg mit Schutzstreifen (Streichtechnik), dessen Herstellung billiger ist und der durch Radfahrer deutlich besser angenommen wird als Verbundpflasterwege.
Umweltausschuss 1.6.2006
unser obiger presseerklärung entsprechender antrag, d.h. erhalt der Linden soweit möglich und nachpflanzung nicht mehr zu rettender bäume, wurde mit den stimmen von CDU, SPD und FDP abgelehnt; dafür stimmte außer uns nur die UWD.
also: mit den stimmen von CDU, SPD und FDP fällung der Linden in der „Altstadt“.
und dann war da noch der antrag der SPD, als ersatz für die wegfallenden parkplätze (wozu brauchen wir vor dem knast überhaupt welche?), „durch Beseitigung der Rabatten, in der verkehrsberuhigten Straße ‚Häfnerweg‘ entlang der JVA-Mauer, zusätzliche Parkplätze“ zu schaffen.
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